{"id":5399,"date":"2022-11-05T14:16:14","date_gmt":"2022-11-05T14:16:14","guid":{"rendered":"https:\/\/rossau.dorfgeschichte-mettmenstetten.ch\/?page_id=5399"},"modified":"2022-11-05T15:44:13","modified_gmt":"2022-11-05T15:44:13","slug":"tafel-22-schreinerei-mueller","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rossau.ch\/index.php\/tafel-22-schreinerei-mueller\/","title":{"rendered":"Tafel 22 &#8211; Schreinerei M\u00fcller"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"alignfull has-text-align-center has-ast-global-color-2-color has-text-color wp-block-heading\">Dorfgeschichte Rossau<\/h4>\n\n\n\n<h5 class=\"alignfull has-text-align-center has-ast-global-color-5-color has-text-color has-background wp-block-heading\" style=\"background-color:#c83232;margin-bottom:0px\">Tafel 22 &#8211; Schreinerei M\u00fcller<\/h5>\n\n\n\n<h6 class=\"alignfull has-text-align-center has-background wp-block-heading\" style=\"background-color:#8e8e8e;margin-top:0px;margin-bottom:0px\"><\/h6>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\"><strong>Von der Wagnerei zur Schreinerei &#8211;&nbsp;Drei Handwerke, sechs Generationen<\/strong><br><br>Eingangs der \u00abAnkengasse\u00bb in Rossau befand sich bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Wagnerei. Aus den grundbuchamtlichen Unterlagen geht hervor, dass bereits am 29. April 1847 ein G\u00fcltbrief, lautend auf Berta B\u00fctler-Baumann, auf dem halben Wohnhaus mit Abtrittanbau, einem Drittel Scheune und Stallung sowie einem Zw\u00f6lftel an der Trotte, eingetragen war. Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist das Haus um einiges \u00e4lter, als besagtes Dokument.<br><br>Um 1880 begann Heinrich Lier, ein Geschlecht aus dem nahen Kappel, mit der Wagnerei. Zu dieser Zeit war er auf dem Grundst\u00fcck eingemietet.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"664\" src=\"https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/22-a-Wagnerei-Lier-1910-gross-1024x664.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5402\" srcset=\"https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/22-a-Wagnerei-Lier-1910-gross-1024x664.jpg 1024w, https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/22-a-Wagnerei-Lier-1910-gross-300x195.jpg 300w, https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/22-a-Wagnerei-Lier-1910-gross-150x97.jpg 150w, https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/22-a-Wagnerei-Lier-1910-gross-768x498.jpg 768w, https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/22-a-Wagnerei-Lier-1910-gross-1536x996.jpg 1536w, https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/22-a-Wagnerei-Lier-1910-gross-2048x1328.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Haus \u00abLier\u00bb an der ehemaligen Ankengasse in Rossau im Jahre 1910<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Am 24. Januar 1910 kauft Gottfried Lier je ein halbes Haus sowie ein Drittel der Scheue und Stallungen von der Witwe Susanna Frei-Buchmann und von Paulina Bickel-Klemm. Bereits am 16. Dezember 1910 konnte er noch den fehlenden Drittel von Stall und Scheune von den Schwestern Anna und Barbara Hug dazukaufen. Gottfried Lier f\u00fchrte in zweiter Generation in Rossau eine mechanische Wagnerei (siehe Abbildung \u2013 diese Fotographie stammt aus dieser Zeit von 1910). Dank dem grossen handwerklichen Geschick des jungen Wagners entstand an der westlichen Hausfassade eine S\u00e4ge, wo die Holzst\u00e4mme zu Brettern verarbeitet werden konnten (Eigenkonstruktion).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"920\" height=\"572\" src=\"https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schreinerei-Mueller_1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5403\" srcset=\"https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schreinerei-Mueller_1.jpg 920w, https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schreinerei-Mueller_1-300x187.jpg 300w, https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schreinerei-Mueller_1-150x93.jpg 150w, https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schreinerei-Mueller_1-768x477.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Eigenkonstruktion der S\u00e4ge an der Hausfassade des Hauses \u00abLier\u00bb zu erkennen. Diese S\u00e4ge erstrahlt nach der g\u00e4nzlichen Restaurierung durch Beat M\u00fcller in neuem Glanz.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Im Jahre 1910 konnte die von der Wasserversorgungsgenossenschaft Rossau erstellte Wasserleitung zum Betrieb einer Turbine der Wagnerei Lier f\u00fcr den Betrieb genutzt werden. F\u00fcr den enormen Wasserverbrauch der Turbine von Wagner Lier wird der Zins auf Fr. 100.- festgelegt, zu zahlen in 2 Raten \u2013 je Martini und Mai, so besagte es das Protokoll der Wasserversorgungsgenossenschaft Rossau.<br><br>Um 1914 kam die Elektrifizierung mit welcher die Wasserturbine durch einen Elektromotor ersetzt wurde. Dem Kauf einer neunen Hobelmaschine stand durch die erh\u00f6hte Antriebsleistung nichts mehr im Wege.<br><br>Der Sohn Albert Lier kaufte die Liegenschaft am 26. M\u00e4rz 1923 und \u00fcbernahm den Betrieb. Dieser war damals bereits \u00abmodern\u00bb eingerichtet und verf\u00fcgte \u00fcber Maschinen mit holzigen Maschinenst\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"755\" height=\"523\" src=\"https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schreinerei-Mueller_3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5404\" srcset=\"https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schreinerei-Mueller_3.jpg 755w, https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schreinerei-Mueller_3-300x208.jpg 300w, https:\/\/rossau.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schreinerei-Mueller_3-150x104.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 755px) 100vw, 755px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Rechnung der mech. Wagnerei Albert Lier aus Rossau vom 6. April 1935 f\u00fcr \u00abAw\u00f6gli\u00bb (Verbindungsst\u00fcck zwischen Wagengespann und Pferd). Bereits damals verwendete man sch\u00f6ne vorgedruckte Papierbogen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Nachdem Albert bereits am 13. Februar 1936 verstorben war, mussten die Erben die Werkst\u00e4tte an einen Schreiner namens Steiger verpachten.<br><br>Der Familiennachwuchs der Familie Lier war ausschliesslich weiblichen Geschlechts und so ehelichte der Zimmermann Jakob M\u00fcller die Tochter Clara Lier, welche infolge der Erbteilung am 29. Oktober 1941 Alleineigent\u00fcmerin der Liegenschaft geworden war. Von nun an f\u00fchrte Jakob M\u00fcller einen Zimmermannsbetrieb.<br><br>Im Jahre 1974 kaufte dessen Sohn Beat M\u00fcller die Liegenschaft und begann mit der Schreinerei. Zu Anfangszeiten wurden noch die Maschinen der urspr\u00fcnglichen Wagnerei genutzt. Wohnhaus und Schreinerei wurden saniert. Im Verlaufe der Zeit wurde die Schreinerei durch Anbauten erweitert und modernisiert.<br><br>W\u00e4hrend Jahren etablierte sich die Schreinerei durch fachm\u00e4nnisches Handwerk und sicherte nicht nur der Familie M\u00fcller, sondern einigen Mitarbeitenden die Existenz. Dass der eigene Sohn Marcel die Schreinerei mit Liegenschaft im Jahre 2013 \u00fcbernehmen und in eigener Regie weiterf\u00fchren kann, entspricht leider nicht mehr den gew\u00f6hnlichen Verh\u00e4ltnissen, da oft die Nachfolge in der eigenen Familie gef\u00e4hrdet ist und der technische Fortschritt sowohl finanziell, wie auch ausbildungsm\u00e4ssig hohe Anspr\u00fcche an kleinere Handwerksbetriebe stellt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-3e41869c wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button aligncenter\"><a class=\"wp-block-button__link has-ast-global-color-5-color has-text-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/rossau.ch\/index.php\/tafel-23-hof-meili\/\" style=\"border-radius:0px;background-color:#c83232\">weiter mit dem Rundgang<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h6 class=\"alignfull has-text-align-center has-background wp-block-heading\" style=\"background-color:#8e8e8e;margin-top:0px;margin-bottom:0px\"><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dorfgeschichte Rossau Tafel 22 &#8211; Schreinerei M\u00fcller Von der Wagnerei zur Schreinerei &#8211;&nbsp;Drei Handwerke, sechs Generationen Eingangs der \u00abAnkengasse\u00bb in Rossau befand sich bereits gegen Ende des 19. 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